Die Chronik des KBV "ERIKA" Rispel

Die Geschichte des Klootschießer- und Boßelervereins "ERIKA" Rispel beginnt im Jahre 1900. In dem ehemaligen Heidedorf Rispel gab es zu jener Zeit noch eine Ziegelei, eine Sägerei, eine Bäckerei, ein Kolonialwarengeschäft und eine Gastwirtschaft. In jener Gastwirtschaft, der Gastwirtschaft R. Cassens, später "Heidekrug", versammelten sich im Januar/Februar 1900 fünf oder sechs junge Männer zur Gründung des örtlichen Klootschießer- und Boßelervereins. Die ersten Streitereien gab es bereits damals um den Vereinsnamen. Bis dann einer sagte: "Loot uns flietig weern as de Immen und uns Vereen "Erika" nömen". Das war's, der Vereinsname war gefunden und hat noch bis heute Bestand. 

Der 1. Vorsitzende war damals der erst 18-jährige Jochen Freesemann (siehe Bild links). Mit den sportlichen und geselligen Aktivitäten ging es gleich nach der Vereinsgründung los. Die benachbarten Vereine und Dorfgemeinschaften wurden zu Freundschaftskämpfen herausgefordert. Aus den Überlieferungen der damaligen Zeit geht hervor, dass damals schon um kleinere Geldbeträge geboßelt wurde und auch der Schnaps zu einem Boßelwettkampf dazu gehörte.  

Ungefähr 10 Jahre später übernahm Johann Hinrichs den 1. Vorsitz, den er bis zum Beginn des 1. Weltkrieges inne hatte. Der Erste Weltkrieg brachte das Vereinsleben dann zunächst zum Erliegen. 

Hermann Ehmen wurde Anfang der 20-er Jahre 1. Vorsitzender und das Vereinsleben ging wieder bergauf. Zu Hermann Ehmen muss man sagen, dass er zu der damaligen Zeit ein überragender Klootschießer war. Er hatte einen Stammplatz in der Klootschießerauswahl gegen das damalige Butjadingen. Er ist mehrmals in den 20er-Jahren als Hauptwerfer gegen die Oldenburger eingesetzt worden. Am 18.01.1924 hat er in einem Länderkampf mit 178 Metern einen der bis zum heutigen Tage weitesten Würfe gemacht und das ohne Sprungbrett. 

Für ein paar Jahre hieß der Verein KBV "Erika" Rispel-Rispelerhelmt. Sogar Rispel und Leerhafe sind ein paar Jahre miteinander verheiratet gewesen. Kurz darauf haben sie sich wieder scheiden lassen und jeder ist seinen eigenen Weg gegangen. Die Jahre vergingen; viele Veranstaltungen, wie Vereinsmeisterschaften, Freundschaftskämpfe und Dorfmeisterschaften wurden durchgeführt. 

Dann kam der Zweite Weltkrieg und alle Aktivitäten wurden zunichte gemacht. Etwa 9 Jahre lang ruhte das Vereinsleben, bevor es 1948 unter dem Vorsitz von Hermann Hinrichs weiter ging. 1950 ist Diedrich Hinrichs 1. Vorsitzender geworden. Im Jahre 1951 wurde das 1. Heidefest in Rispel gefeiert.  

1953 wurde Harm Muhle als Jugendwerfer beim Klootschießen gegen Oldenburg eingesetzt. 

1962 übernahm im Alter von 20 Jahren Gustav Cassens den 1. Vorsitz. In den nächsten Jahren erkämpfte sich "Erika" 142 Trophäen auf Sommerfesten und Meisterschaften. 1970 kam die große Zeit für unser Vereinsmitglied Herbert Ehmen. Für die ersten Europameisterschaften in Irland schaffte er die Qualifikation mit der Eisenkugel. Die Qualifikation überstand er noch drei weitere Male in Folge, so dass er insgesamt viermal an den Europameisterschaften teilnehmen konnte. Den wohl damals größten Erfolg erkämpfte sich der Verein 1979 mit den Kreismeisterschaften im Kreisverband Friedeburg. Der Verein stieg dadurch in die Liga der 10 besten Mannschaften Osfrieslands, der Bossellandesliga, auf. 15 Jahre lang war der KBV "Erika" Rispel in der Landesliga und 16 Jahre abwechselnd in der ostfriesischen Bezirksliga und Bezirksklasse vertreten.  

1982 übernahm Gerhard Christians den Vereinsvorsitz. 1989 wurde die Damenabteilung des Vereins gegründet. Nach 93 Jahren erhielt "Erika" 1993 seine erste Vereinsfahne. Die Fahnenweihe wurde feierlich, u. a. mit einem Umzug durch das Dorf, begangen. Leider fiel in das Jahr 1993 auch ein Ereignis, das dem Verein noch einiges an Kopfzerbrechen bereitet hat: Das Vereinslokal "Heidekrug" wurde geschlossen.

  

Vereinsfahne des KBV "ERIKA" Rispel (Vorderseite)

 

Nach einigen Unstimmigkeiten im Vorfeld wurde 1995/1996 unser neues Vereinsheim gebaut. Das Vereinsheim heißt "Zur Brücke", so wie früher die Gastwirtschaft an diesem Ort. In unserem Vereinsheim befinden sich 280 Pokale, Plaketten und Urkunden. Sogar 2 Urkunden aus den 20er-Jahren befinden sich darunter. 

Das Jahr 2000 wird für den Ort Rispel und den KBV unvergessen bleiben. Am 27.08.2000 wurden bei Gerold Ehmen in Rispel zwei Gedenksteine durch Pastor Nitz eingeweiht. Einer steht für das 100-jährige Bestehen des Vereins und der andere für das 50. Heidefest. Am darauf folgenden Wochenende wurde das Doppeljubiläum gebührend gefeiert. Neben dem Jubiläumsheidefest am 02.09.2000 gab es bereits zwei Tage zuvor einen volkstümlichen Abend im Festzelt. Am Sonntag, dem 03.09.2000, waren die Straßen in Rispel so bevölkert wie nie zuvor. An dem Festumzug anlässlich des 100. Vereinsjubiläums nahmen Abordnungen zahlreicher Vereine aus nah und fern teil.   

 

Gedenksteine in Rispel

Im Jahre 2001 wurde Helmut Ehmen 1. Vorsitzender des Vereins. Bereits zwei Jahre später gab es erneut einen Wechsel an der Vereinsspitze; Michael Ehmen wurde 1. Vorsitzender. Seit 2008 ist Helmut Ehmen wieder Vorsitzender des KBV "Erika" Rispel.

 

Die Chronik wurde zusammen gestellt anlässlich des 100-jährigen Vereinsjubiläums von unserem Ehrenvorsitzenden Gerhard Christians.

 


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